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Fortbildung für Trainer und  Übungsleiter aus Remseck war ein voller Erfolg

Zu einer besonderen Veranstaltung hatten die Sportvereine in Remseck e.V. eingeladen. Im Rahmen ihres Auftrags der Stadt Remseck  wurde Trainern und Übungsleitern der Remsecker Sportvereine ein immer mehr in den Vordergrund drängendes Thema vermittelt: Mentaltraining. Angereist war für dieses Seminar Julia Hochmuth, ausgebildete Mentaltrainerin und Master of General Management sowie Business Coach. Ziel der mehr als dreistündigen Maßnahme war, den Teilnehmern erste Grundlagen dieser Trainingsform zu vermitteln. Die Teilnehmer kamen aus den unterschiedlichsten Sportarten, so waren z.B. Basketball, Handball, Fußball aber auch Golf oder Rudersport vertreten.

Welcher Sportler kennt diese Situation nicht: Im Training werden Bestleistungen in der jeweiligen Sportart erreicht, sobald man sich aber der Wettkampfsituation stellen muss, kann die eigentlich vorhandene Leistung nicht mehr abgerufen werden. „Trainingsweltmeister“ wird diese Situation im Mentaltraining genannt. Aber – was hemmt einen Sportler im Wettkampf? Wie können in der alles entscheidenden Situation die besten Leistungen abgerufen werden?

Mentales Training, deren Ursprünge aus dem Bereich der Sportpsychologie kommen, bietet sowohl für Sportler als auch Trainer interessante Maßnahmen, die sportliche Leistungen beeinflussen können. Es dient dazu Zielsetzungen zu bestimmen, Erfolg zu visualisieren, die richtige Motivation für Training und Wettkampf zu schaffen, Nervosität positiv zu nutzen, Konzentration aufzubauen, Erholung zu optimieren und neue Bewegungsabläufe leichter zu erlernen – um nur wenige Beispiele zu nennen.

Mancher Teilnehmer staunte nicht schlecht, dass für die Verbesserung unserer Leistungen vor allem eine klare Zielformulierung notwendig ist: Die Grundlage hierfür ist SMART (S-pezifisch, M-essbar, A-kzeptiert, R-ealistisch und T-erminiert). An einem Beispiel aus dem Rudersport wurde SMART genauer unter die Lupe genommen. Die Zielformulierung lautete: Der Sportler möchte im Training die Regattastrecke von 2.000 m auf dem Ergometer unter 7:00 min fahren, um dann nächstes Jahr an Wettkämpfen teilnehmen zu können. Bisherige Bestleistung 7:08 min. Das Ziel ist Spezifisch (Rudern auf dem Ergometer), Messbar (2.000 m in 7:00 min), Akzeptiert (das Ziel ist formuliert und verkündet, der Sportler will es schaffen), Realistisch (bisherige Bestzeit ist nur 8 Sek. langsamer) und Terminiert (Regattatermine für 2017 stehen fest). Der Trainingsplan muss entsprechend angepasst werden und dann sollte der Sportler die 72-Stunden- und 28-Tage-Regelung beachten.

Die 72-Stunden-Regel besagt, dass nach der Zielformulierung das Training innerhalb von 72 Stunden begonnen werden muss. Wer länger wartet, wird aller Wahrscheinlichkeit gar nicht erst mit der Umsetzung des Ziels beginnen.

Außerdem müssen die Anstrengungen, die gemacht werden um sein Ziel zu erreichen, mindestens 28 Tage am Stück durchgehalten werden. Erst dann wird die Verhaltensänderung beibehalten und das Ziel damit ernsthaft verfolgt und rückt immer näher.

Julia Hochmuth wies alle Teilnehmer darauf hin, dass trotz aller Zielstrebigkeit, Disziplin und Mühe es wichtig sei, sich immer wieder nach erreichten Teilzielen zu belohnen. Durch Belohnungen steigt die Motivation, weiter zu arbeiten. Bei der Formulierung der Ziele muss der Einzelne sich und seine Möglichkeiten gut einschätzen können.  Auch muss es umformuliert werden, wenn man zum Beispiel durch Krankheit mit dem Training aussetzen muss und somit das Ziel nicht mehr realistisch ist.

Besonders die aktive Einbeziehung in Form von Beispielen und Erfahrungen der Teilnehmer verlieh der Fortbildung eine lockere Arbeitsatmosphäre.  Am Ende waren die Seminarteilnehmer übereinstimmend der Überzeugung, dass dieser Lehrgang nur der Auftakt für weitere Lehrgänge gewesen sein kann, die sich mit dieser interessanten Thematik befassen. Geschäftsführerin Christine Anwender (Sportvereine in Remseck e.V.) sagte daher zu, die Referentin für weitere Maßnahmen einzuladen.